Mundarten und Sprachkultur

Nordschnack: Mundarten und Sprachkultur im Norden

Der Norden Deutschlands spricht nicht mit einer Stimme. Zwischen Küste, Förde und der Grenze zu Dänemark haben sich mehrere Sprachformen erhalten, die leicht verwechselt werden. Eine davon ist Petuh aus Flensburg, eine Mischsprache aus Hochdeutsch, Niederdeutsch und Dänisch. Die Stadt liegt am inneren Ende der Flensburger Förde, ganz nah an der dänischen Grenze.

Illustration eines Hafens an der Förde mit bunten Wimpeln, Segelbooten und schrägen Markisen

Was es hier zu lesen gibt

Nordschnack ist ein unabhängiges Informationsprojekt. Es erklärt und unterscheidet, was sonst oft in einen Topf geworfen wird, sachlich und mit einem Augenzwinkern. Die Themen verteilen sich auf vier Beiträge: Petuh, Plattdeutsch, Missingsch und die Sprachen an der deutsch-dänischen Grenze. Jeder Beitrag behandelt eines dieser Themen. So lässt sich gezielt auswählen und zugleich erkennen, worin sich die Varietäten unterscheiden.

Petuh aus Flensburg

Eine Mischsprache aus Hochdeutsch, Niederdeutsch und Dänisch, benannt nach den Petuhtanten und fast ausgestorben.

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Plattdeutsch

Die niederdeutsche Sprache, die zweite Lautverschiebung und die Frage, wo sie heute gesprochen und geschützt wird.

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Missingsch

Hochdeutsche Wörter auf niederdeutscher Grammatik: ein Regiolekt von Hamburg bis Ostwestfalen.

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Sprachen an der Grenze

Dänisch, Südjütisch und Nordfriesisch rund um Flensburg und an der Nordseeküste.

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Plattdeutsch, die niederdeutsche Sprache, hat die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht. Das unterscheidet sie vom Hochdeutschen. Sie ist deshalb kein Dialekt, in dem „falsch“ Deutsch gesprochen wird. Missingsch hingegen ist ein Regiolekt des Hochdeutschen. Er entstand, als Muttersprachler des Niederdeutschen begannen, Hochdeutsch zu sprechen. Petuh wiederum entwickelte sich in einer Grenzstadt und verbindet drei Sprachen.

Warum ein eigener Blick auf die Küstensprachen

Flensburg ist das Zentrum der dänischen Minderheit in Südschleswig. Dass sich im Petuh dänische Einflüsse finden, überrascht deshalb nicht. Der Beitrag über die Grenzsprachen erläutert diesen Zusammenhang näher.

Die Texte stützen sich auf allgemein zugängliche Nachschlagewerke und sollen sprachliche Zusammenhänge erklären. Nordschnack gehört weder einem Verein noch einer Person. Die Beiträge dienen allein der Neugier der Leserinnen und Leser. Mundarten werden hier ernst genommen, aber nicht bierernst: Eine Sprache, in der am Kai gescherzt wird, darf auch mit Leichtigkeit beschrieben werden.

Illustration der Flensburger Förde mit Segelbooten, Leuchtturm und schrägen Farbflächen

Namen und Zahlen im Überblick

Ein paar Eckdaten helfen beim Einordnen. Flensburg zählt mehr als 90 000 Einwohner und liegt am inneren Ende der Förde, die je nach Zählweise 40 bis 50 Kilometer lang ist. Die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein wird auf rund 50 000 Personen geschätzt, in Südschleswig stellt sie etwa zehn Prozent der Bevölkerung.

Auch die Geschichte der Sprachen reicht weit zurück. Das Mittelniederdeutsche diente vom 13. bis ins 17. Jahrhundert als Handelssprache im Ostseeraum. Das Hamburger Ohnsorg-Theater, das Plattdeutsch auf die Bühne brachte, geht auf die Gründung durch Richard Ohnsorg im Jahr 1902 zurück. Und Kurt Tucholskys Sommergeschichte Schloß Gripsholm von 1931 ist ein bekanntes Beispiel für literarisches Missingsch.

Solche Angaben sind Orientierungswerte aus allgemein zugänglichen Quellen. Die einzelnen Beiträge gehen auf jede Zahl genauer ein.

So lässt sich die Seite nutzen

Wer es genau wissen will, beginnt bei Plattdeutsch und der Lautverschiebung. Wer sich für die Mischung aus drei Sprachen im Alltag interessiert, liest zuerst den Beitrag über Petuh. Wer nachvollziehen möchte, wie aus einer Sprachform eine andere entsteht, findet im Beitrag über Missingsch ein anschauliches Beispiel.

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